Historischer Festtag für die katholische Kirche in Norwegen: Zum 150-jährigen Bestehen der St.-Pauls-Kirche in Bergen ist das Gotteshaus erstmals feierlich nach dem Ritus der römisch-katholischen Kirche geweiht worden. Zahlreiche Gläubige feierten am 28. Juni gemeinsam mit Bischof Fredrik Hansen diesen besonderen Meilenstein.
Die Feierlichkeiten verbanden gleich zwei Jubiläen: den 150. Jahrestag der Fertigstellung der Kirche und ihre feierliche Kirchweihe. In einem festlichen Pontifikalgottesdienst nahm Bischof Fredrik Hansen die Weihe des Gotteshauses vor – ein außergewöhnliches Ereignis, denn nur selten vergehen anderthalb Jahrhunderte zwischen der Errichtung eines Kirchengebäudes und seiner liturgischen Weihe.
In seiner Predigt erinnerte der Bischof an die wechselvolle Geschichte der Kirche. Mit dem Bau der St.-Pauls-Kirche wurde bereits 1865 begonnen – nur wenige Jahrzehnte nachdem die katholische Kirche wieder dauerhaft in Norwegen Fuß fassen konnte. Die Kirche entstand als sichtbares Zeichen der Hoffnung auf eine wachsende katholische Gemeinschaft und knüpfte bewusst an das mittelalterliche christliche Erbe Westnorwegens an.
Ein Haus Gottes und ein Ort der Begegnung
Im Mittelpunkt seiner Predigt stand die geistliche Bedeutung einer Kirchweihe. Durch die liturgischen Zeichen – die Besprengung mit Weihwasser, die Salbung der Wände und des Altars mit Chrisam, die Inzensierung sowie die feierliche Erleuchtung der Kirche – werde das Gebäude dauerhaft Gott geweiht. Zugleich sei die Kirche den Menschen anvertraut.
„Die Weihe eines Gotteshauses weiht es Gott. Doch es ist auch für uns bestimmt. Es ermöglicht uns die vielfältigen Begegnungen mit dem Herrn Jesus Christus in Wort und Sakrament“, betonte Bischof Hansen. Gleichzeitig rief er die Gemeinde dazu auf, das Gotteshaus als geistliches Zentrum ihres Lebens zu bewahren und im Glauben zu wachsen.
Die Predigt griff dabei zentrale Bilder der Liturgie auf: Die Kirche als „heiliger Tempel aus lebendigen Steinen“, gegründet auf Jesus Christus als Eckstein und auf das Fundament der Apostel, sowie als Ort, an dem Menschen Gottes Barmherzigkeit erfahren und Christus in den Sakramenten begegnen.
Bonifatiuswerk unterstützt Erhalt der Kirche
Die St.-Pauls-Kirche gehört zu den bedeutendsten katholischen Kirchen Norwegens. Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hat die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an dem denkmalgeschützten Gotteshaus in den vergangenen Jahren finanziell unterstützt. Die Arbeiten waren notwendig geworden, um die historische Kirche langfristig zu erhalten und für die wachsende katholische Gemeinde in Bergen zu sichern.
Die feierliche Kirchweihe markiert nun den Abschluss dieser wichtigen Etappe und unterstreicht die Bedeutung lebendiger Glaubensorte in der Diaspora. Die St.-Pauls-Kirche bleibt ein sichtbares Zeichen katholischen Lebens in Norwegen und ein Ort, an dem Menschen auch künftig Gottesdienst feiern, Gemeinschaft erleben und ihren Glauben vertiefen können.

