Lund war der Ausgangspunkt einer siebentägigen Reise des Bonifatiuswerkes, bei der Priester aus ganz Deutschland nicht nur die beeindruckende Landschaft Schwedens entdeckten, sondern auch das kirchliche Leben in einer extremen Diasporasituation näher kennenlernen konnten.
Internationale Gemeinden prägen das kirchliche Leben
Wie vielfältig katholisches Leben in Schweden ist, erlebte die Gruppe bei ihren Besuchen in verschiedenen Gemeinden und Klöstern. In Stockholm feierten die Priester gemeinsam mit Pater Dominik Terstriep die heilige Messe in St. Eugenia, der ersten katholischen Pfarrei, die nach der Reformation in Schweden entstand. Die Gemeindemitglieder stammen aus mehr als 80 verschiedenen Nationen, Gottesdienste werden unter anderem auf Schwedisch, Englisch, Polnisch und Arabisch gefeiert.
Auch die Begegnung mit der katholisch-chaldäischen Gemeinde in Södertälje machte die internationale Prägung der Kirche sichtbar. Bischof Saad Sirop Hanna empfing die Gruppe in der 2017 geweihten Kirche und berichtete über die Entstehung der Gemeinde und die Herausforderungen, die sich aus den unterschiedlichen Nationalitäten ergeben. Die Gemeinde zählt über 10.000 Katholiken. Die meisten chaldäischen Christen stammen aus dem Irak, doch es gibt auch Menschen aus Syrien, der Türkei, dem Libanon oder dem Mittleren Osten.
Glaube, Bildung und Engagement
In Uppsala besuchte die Gruppe das Newman-Institut. Der Rektor Pater Philip Geister informierte die Gruppe über die Ausrichtung und das Angebot der ersten katholischen Hochschule Schwedens seit der Reformation, die 2010 staatlich anerkannt wurde. Das Newman-Institut feiert am 04.09.2026 sein 25-jähriges Bestehen.
Ricarda Clasen, scheidende Projektkoordinatorin für das Projekt „Praktikum im Norden“, der Freiwilligendienst des Bonifatiuswerkes in Kooperation mit dem Newman-Institut, informierte die Priestergruppe über die Einzelheiten des Programmes, bei dem junge Menschen Auslandserfahrung in den nordeuropäischen Ländern sowie Lettland und Estland sammeln können. Seit 2011 haben schon mehr als 260 junge Menschen das „Praktikum im Norden“ absolviert.
Einblicke in das Leben der Ordensgemeinschaften
Darüber hinaus lernte die Reisegruppe das Leben verschiedener Ordensgemeinschaften kennen, unter anderem bei den Dominikanerinnen in Rögle, den Karmelitinnen in Rydebäck und den Birgittinnen in Vadstena und Djursholm. In Vadstena feierten die Priester gemeinsam mit den Birgittenschwestern und der Gemeinde Gottesdienst und kamen beim anschließenden Kirchenkaffee mit den Gläubigen ins Gespräch.
Besonders eindrücklich waren für die Priester die weiten Entfernungen, die das kirchliche Leben in Schweden prägen. Pfarrer Bertram Ziegler aus Oberelsbach: „Die weiten Entfernungen in den zum Teil wenig besiedelten Gebieten sind eine besondere Erfahrung. Durch diese Reise haben wir eine leise Ahnung von den Herausforderungen bekommen, die die Priester und Gläubigen auf sich nehmen müssen.“
Kinderwagen statt Rollatoren
Im Austausch mit Gemeindemitgliedern und Generalvikar Pascal René Lung aus dem Bistum Stockholm wurde zugleich deutlich, dass die katholische Kirche in Schweden eine wachsende und vor allem junge Kirche ist. Im Gegensatz zu vielen Gemeinden in Deutschland prägten hier zahlreiche Kinderwagen statt Rollatoren das Bild.
Für Pfarrer Ziegler wurde gerade diese Erfahrung zu einem wichtigen Impuls: „Es wird an einer jungen Gemeinde gebaut - welch freudige Baustelle!“
Über ihre Erfahrungen und Erlebnisse in Schweden berichten die Priester hier:
Tagesbericht (22.08.2026)Tagesbericht (23.08.2026)Tagesbericht (24.08.2026)
Tagesbericht (25.08.2026)Tagesbericht (26.08.2026)Tagesbericht (27.08.2026)
(fru/thmei)

















