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Wo der Norden den Horizont erweitert

Junge Menschen engagieren sich mit dem Bonifatiuswerk in Nordeuropa und dem Baltikum und erleben Kirche über Länder- und Kulturgrenzen hinweg

Für 25 junge Erwachsene aus ganz Deutschland beginnt in diesem Sommer das „Praktikum im Norden“. Foto: Hartmut Salzmann

Für 25 junge Erwachsene aus ganz Deutschland beginnt in diesem Sommer das „Praktikum im Norden“. Foto: Hartmut Salzmann

Von Paderborn nach Tartu, von Erfurt nach Kopenhagen oder von Magdeburg nach Island: Für 25 junge Erwachsene aus ganz Deutschland beginnt in diesem Sommer mit dem „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes eine Reise, die weit mehr ist als ein Auslandsaufenthalt. Sie führt nach Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Island sowie nach Lettland und Estland – dorthin, wo sie in Kirchengemeinden, sozialen Einrichtungen, Schulen und Bildungszentren mitarbeiten, Verantwortung übernehmen und Menschen begegnen werden, die ihren weiteren Lebensweg prägen werden. Dabei lernen sie nicht nur neue Länder mit ihren jeweiligen Kulturen kennen, sondern auch eine Kirche, deren Mitglieder ihren Glauben in einer kleinen Minderheit lebt.

Den Glauben als gelebte Gemeinschaft erfahren

Für die 19-jährige Pia Mösenfechtel aus Lippstadt im Erzbistum Paderborn steht vor allem die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Ihr Freiwilligendienst führt sie nach Tartu in Estland. Dort möchte sie den Alltag einer katholischen Gemeinde kennenlernen und ihren Glauben ganz praktisch leben. „Ich freue mich sehr über die Chance, mein Engagement und meine Begeisterung für die Gemeinschaft auch im Ausland einzubringen. Besonders reizt mich die Vorstellung, die katholische Gemeinde in Tartu kennenzulernen und dort mit den Menschen in Kontakt zu treten und gemeinsam an sozialen oder kirchlichen Projekten mitzuwirken. Mir liegt viel daran, Glaube nicht nur als Glauben, sondern als gelebte Gemeinschaft zu erfahren und weiterzugeben“, sagt die Abiturientin.

Bonifatiuswerk begleitet junge Menschen auf Lebensweg

Ruben Hähnel aus Erfurt verbindet mit dem „Praktikum im Norden“ vor allem die Neugier auf andere Kulturen und den Wunsch, seinen eigenen Horizont zu erweitern. Das Bonifatiuswerk begleitet ihn dabei schon seit seiner Kindheit: Mit den BONI-Bussen fuhr er beispielsweise zu Religiösen Kinderwochen, nun startet er selbst einen Freiwilligendienst in Kopenhagen. „Ich freue mich, Erfahrungen und Erlebnisse mit dem Bonifatiuswerk verknüpfen zu können und tolle Monate zu erleben, in denen ich am besten auch noch Menschen helfen kann. Die verschiedenen Kulturen außerhalb von Deutschland interessieren mich sehr und wie diese die Mentalität der Menschen insbesondere in Hinsicht auf politische Weltgeschehnisse verändern“, erklärt der 20-Jährige.

Während eines ersten Vorbereitungsseminars in Paderborn wurden die Teilnehmenden auf ihren Einsatz inhaltlich wie auch organisatorisch vorbereitet und erhielten Einblicke in die Situation der katholischen Kirche in den Einsatzländern, die von vielen verschiedenen Nationalitäten geprägt ist. 

Den eigenen Horizont weiten

Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen machte deutlich, dass die Freiwilligen nicht nur in andere Länder reisen, sondern zugleich Brücken zwischen Menschen und Kulturen bauen: „Wer sich auf den Weg macht, verändert nicht nur seinen Standort, sondern oft auch seine Haltung. Das 'Praktikum im Norden' schafft Begegnungen über Länder- und Kulturgrenzen hinweg und zeigt, wie viel Menschen voneinander lernen können. Unser Freiwilligendienst ist eine Einladung, den eigenen Horizont zu weiten und Kirche als weltweite Gemeinschaft in ihrer Vielfältigkeit zu erleben. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen sind solche Erfahrungen von unschätzbarem Wert.“

Während ihres Freiwilligendienstes werden die jungen Erwachsenen von Mentorinnen und Mentoren vor Ort begleitet und bleiben zugleich mit dem Bonifatiuswerk im Austausch. Das Programm wurde 2011 gestartet und ermöglicht jährlich mehr als 20 jungen Menschen zwischen 18 und 27 Jahren Auslandserfahrungen in Nordeuropa und dem Baltikum. Das „Praktikum im Norden“ ist ein Kooperationsprogramm zwischen dem Bonifatiuswerk und dem Newman-Institut im schwedischen Uppsala. Es kann als „Internationaler Jugendfreiwilligendienst“ (IJFD) anerkannt werden.

(thmei)