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Nordische Bischofskonferenz tagt in Paderborn

Zukunft der Kirche in einer zunehmend säkularen Gesellschaft gestalten

In der Diaspora Norwegens: das Marienkloster in Tautra. Foto: Tautra Mariakloster / Wojciech Rygielski

In der Diaspora Norwegens: das Marienkloster in Tautra. Foto: Tautra Mariakloster / Wojciech Rygielski

Die Nordische Bischofskonferenz (NBK) kommt vom 21. bis 25. September auf Einladung des Erzbistums Paderborn und des Bonifatiuswerkes in Paderborn zu ihrer Vollversammlung zusammen. Im Mittelpunkt stehen der Austausch der katholischen Bischöfe aus den nordischen Ländern, Fragen zur Zukunft der Kirche in einer zunehmend säkularen Gesellschaft sowie die langjährige Zusammenarbeit mit dem Bonifatiuswerk als internationalem Hilfswerk für die Diaspora.

Am Dienstagnachmittag besuchen die Bischöfe gemeinsam mit Bonifatiuswerk-Vertretern die Theologische Fakultät Paderborn. Dort kommen sie zu einem Gespräch mit Prof. Dr. Langenfeld, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, zusammen. Im Mittelpunkt des Austauschs stehen Fragen der theologischen Ausbildung und die Situation der Kirche in den nordischen Ländern.

Ebenfalls treffen die Bischöfe auf die Mentoren des Freiwilligendienstes „Praktikum im Norden“ des Bonifatiuswerkes. Dabei geht es um den Austausch über die Erfahrungen der jungen Freiwilligen und um die Verbindung zwischen dem Freiwilligendienst und der örtlichen Kirche. Seit 2011 engagiert sich das Bonifatiuswerk dafür, dass junge Christen eine Auslandserfahrung in der katholischen Kirche Nordeuropas, Lettlands und Estlands ermöglicht wird. Die Freiwilligen arbeiten in katholischen Ordensgemeinschaften, Kirchengemeinden, einem Treffpunkt für Geflüchtete, Suppenküchen, sozialen Einrichtungen, Kitas oder katholischen Schulen zu.

Am Mittwoch, 23. September, um 10.30 Uhr empfängt die Stadt Paderborn die Bischöfe der Nordischen Bischofskonferenz im Paderborner Rathaus. Nach den Grußworten von Bürgermeister Stefan-Oliver Strate, Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller und dem Vorsitzenden der Nordischen Bischofskonferenz, Bischof Erik Varden, folgt ein Eintrag in das Goldene Buch der Stadt.

Am Nachmittag reisen die Bischöfe auf Einladung von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und dem Bonifatiuswerk nach Herne. Der Erzbischof ist in dieser Woche ganz im Westen des Erzbistums Paderborn unterwegs zu seinem Dialog- und Begegnungsformat „Amtssitzwechsel“. Um 18.00 Uhr feiern sie gemeinsam mit der Gemeinde und allen Interessierten die Eucharistiefeier in der Kirche St. Bonifatius (Glockenstraße 7, 44623 Herne). Zelebrant ist Erzbischof Bentz. Die Bischöfe der Nordischen Bischofskonferenz und Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen werden konzelebrieren. Bischof Erik Varden wird ein Grußwort an die Gemeinde richten.

Im Anschluss findet ab 19.30 Uhr im Pfarrzentrum ein moderiertes Podiumsgespräch zum Thema „Kirche in säkularer Gesellschaft“ statt. Erzbischof Bentz und Bischof Varden diskutieren gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Pastoral und Ehrenamt über geistliche Aufbrüche, missionarische Erfahrungen und die Frage, was Christinnen und Christen in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen trägt. Das Publikum ist eingeladen, eigene Fragen und Perspektiven einzubringen. Für das Podiumsgespräch kann man sich noch über diesen Link des Erzbistums anmelden.

Enge Verbindung des Bonifatiuswerkes zur Nordischen Bischofskonferenz

Die Verbindung zwischen den Bischöfen der Nordischen Bischofskonferenz und dem Bonifatiuswerk reicht bereits mehrere Jahrzehnte zurück. 1974, im Jahr des 125-jährigen Bestehens des Hilfswerkes, entschied die Generalversammlung, das Gebiet der Nordischen Bischofskonferenz – Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden – als Förderregion in die Satzung aufzunehmen. Die katholischen Christen leben dort in einer ausgeprägten Minderheitensituation. Seitdem unterstützt das Diaspora-Hilfswerk die katholische Kirche in Nordeuropa unter anderem beim Bau und bei der Restaurierung von Kirchen, bei der Erstellung katechetischer Materialien sowie dabei, Klostergebäude mit neuem Leben zu füllen.

Eine weitere wichtige Verbindung besteht zum Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe. Seit mehr als 50 Jahren unterstützt das Hilfswerk von Priestern für Priester die Diaspora-Gebiete in Nordeuropa. Aufgrund fehlender Eigenmittel und mangelnder staatlicher Unterstützung können viele nordeuropäische Bistümer beispielsweise Priestergehälter, bauliche Maßnahmen und Fahrzeuge nicht allein finanzieren und sind deshalb auf diese solidarische Hilfe angewiesen.

(thmei)