BRÜCKEN BAUEN DURCH GEMEINSAMES KOCHEN

Jugendzentrum "magda" in Berlin

Gemeinsames kochen verbindet und darauf setzt das Jugendzentrum "magda" in Berlin-Lichtenberg. (Foto: Markus Nowak)
Gemeinsames kochen verbindet und darauf setzt das Jugendzentrum "magda" in Berlin-Lichtenberg. (Foto: Markus Nowak)

Das "magda"-Caritas-Jugendzentrum in Berlin-Lichtenberg ist eine offene Freizeiteinrichtung. Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sind jederzeit herzlich Türen offen: für vielfältige Aktivitäten wie Billard, Kicker, gemeinsam musizieren, kochen oder einfach "chillen". Im Jugendzentrum gibt es aber auch Hilfe bei den Hausaufgaben und es ist immer jemand da, der zuhört, wenn mal "der Schuh drückt", denn jedes Kind braucht für eine gute Entwicklung gesundes Essen, ein Gefühl der Sicherheit, Anerkennung, Menschen, die ihm zuhören, es unterstützen und seine Talente fördern.  

Gemeinsam kochen

Der Nachmittag im "magda" beginnt mit der Aufgabenverteilung, denn wie jeden Tag steht das gemeinsame Kochen an. "Für uns ist das Essen ein sozialer Klebstoff", sagt Julia Endres, die Leiterin des "magda", während schon ein Teil der Gruppe zum Einkaufen in den Supermarkt gegangen ist. "Damit können wir mit den Kids gemeinsam eine Beziehung aufbauen."

Denn das "Tagesmenü" wird gemeinsam bestimmt. Was aber nicht bedeutet, dass täglich Pommes oder Pizza auf dem Plan stehen. Ausgewogene Ernährung sei eine Leitlinie, Gemüse – im Sommer aus dem eigenen "magda"-Garten – gehöre da auch auf den Teller, ergänzt Felix Scheel.

Der Erzieher steht bereits mit Schürze an der Kochinsel, während eine Gruppe von Jugendlichen die eben eingekauften Lebensmittel verarbeitet: Der Salat wird gewaschen und Zwiebel und Gurken in Scheiben geschnitten. Es geht auch darum, kochen zu lernen, sagt Scheel. "Dazu gehören aber auch Schneidekompetenzen oder woran man erkennt, dass bestimmte Dinge fertig sind. Wie lange man Nudeln kocht. Einfach, dass man gemeinsam diese Prozesse durchläuft", ergänzt "magda"-Leiterin Endres.

Für uns ist das Essen ein sozialer Klebstoff

Julia Endres, Leiterin "magda"

Hungrige Kinder sind keine Seltenheit

Hungrige Kinder seien keine Seltenheit im "magda", sagt Endres. "Es ist nicht selbstverständlich, dass die Kids, wenn sie zu uns kommen, was gegessen haben oder eine Alternative haben, wo sie was essen können." In Lichtenberg leben viele einkommensschwache Menschen. Hier öffnete "magda" 1997, damals noch zwischen hohen Plattenbauten in der Magdalenenstraße, seine Pforten. 2016 konnte die Einrichtung in einen modernen Holzbungalow ziehen, unweit von Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünften. Lichtenberg ist ein sozialer Brennpunkt, berichtet Endres. Zwar gebe es hier alle Gesellschaftsschichten, aber eben auch viele mit sozialen und ökonomischen Schwierigkeiten. Auch ist der Anteil an Bürgergeld-Empfängern hoch, zahlreiche zerrüttete Familien und Alleinerziehende leben in den Plattenbauten des Ostberliner Bezirks.

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Kein Geld für Schulessen

Ihr Kollege Scheel veranschaulicht das Thema Kinderarmut: Gerade im Winter kommen manche "magda"-Jugendlichen mit ausgelatschten Schuhen oder löchrigen und kaputten Jacken, weil das Geld für eine Neuanschaffung fehle. Und so kämen viele Kinder mit großem Hunger in die Einrichtung, weil keine Pausenbrote geschmiert wurden oder zu Hause kein Geld für Schulessen da ist.

Für die 13-jährige Emily ist Kochen eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Als sie sich mit ein paar Jugendlichen nicht verstanden hat, sollte sie mit ihnen in der Gruppe kochen. "Dann fingen wir an, über alle möglichen Themen zu sprechen und merkten, dass wir viele Gemeinsamkeiten hatten", sagt Emily. "Jetzt verstehen wir uns besser." Die Worte von "magda"-Leiterin Endres wurden Wirklichkeit: "Essen ist ein sozialer Klebstoff."

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Haben Sie Fragen, wie Sie einzelne Projekte unterstützen können? Nicole Dürdoth (links) und Katrin Keller sind Ihnen gerne behilflich.

Katrin Keller

Leitung Fundraising
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Nicole Dürdoth

Referentin Kommunikation
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