ERHALTEN SIE DIESEN ORT DES GLAUBENS

Solidarität und Unterstützung für die Kirche der Heiligen Familie auf den Lofoten

Idyllisch aber exponiert: Die Kirche der Hl. Familie ist den Wettergewalten am Storfjord ausgesetzt. (Foto: P. Rafal Ochojski)
Idyllisch aber exponiert: Die Kirche der Hl. Familie ist den Wettergewalten am Storfjord ausgesetzt. (Foto: P. Rafal Ochojski)

Auf den ersten Blick wirkt dieser Ort märchenhaft schön: Die katholische Kirche der Heiligen Familie ist das älteste Gebäude auf den Lofoten, einer Inselgruppe im Norden Norwegens. Idyllisch gelegen zwischen Bergen, Tälern und der Storfjord-Bucht, lockt die kleine Holzkirche im Sommer Touristen an. Doch aus der Nähe betrachtet sieht man, wie alt sie ist: Das Holz ist morsch, die Farbe blättert ab, dieses Gotteshaus droht zu verfallen. Wind, Wetter und fast 200 Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen. Kälte und Feuchtigkeit setzen dem Gebäude zu. Ohne dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen wird die Kirche auf Dauer nicht mehr nutzbar sein. Die behördliche Schließung könnte drohen.

Dabei ist sie von unschätzbarem Wert für die Gemeinde. Auf einer Fläche von rund 1.200 Quadratkilometern, verteilt auf vier Inseln, leben etwa 23.000 Menschen. Manche fahren stundenlang, um am Gottesdienst teilzunehmen. Die Kirche der Heiligen Familie ist ihr einziger Treffpunkt. Hier kommen sie zusammen, feiern Gottesdienst, teilen ihren Glauben und erleben Gemeinschaft.
 

Weite Wege in der norwegischen Diaspora

Im Winter kommen keine Touristen, und wenn es geschneit hat, schaffen es selbst die Einheimischen manchmal nicht zum Gottesdienst. Jeden Morgen schippt dann Pater Erhard Alfons Osmantzik, der hier seit sieben Jahren Pfarrer ist, mit einem Traktor den Schnee weg. “Das muss er ganz alleine machen”, sagt Gisela Lindahl. Die 73-Jährige pensionierte Lehrerin ist Mitglied der Gemeinde und hilft dem Pfarrer bei Büro-Arbeiten. “Wir wohnen nicht so weit weg“, sagt sie. "Mit dem Auto ist es nur eine halbe Stunde.”

So groß sind die Entfernungen hier in der norwegischen Diaspora. Wer zum Gottesdienst will, braucht ein Auto. Sonntags parken sie vor der Kirche. “Den Parkplatz hat mein Mann vor kurzem mit Pflastersteinen gemacht”, sagt Gisela Lindahl. “Er ist evangelisch, aber er hilft viel in unserer Gemeinde mit.”

Die Fassade der Kirche muss dringend saniert werden

"Wir brauchen dringend Unterstützung"

Gisela Lindahl selbst ist in den Neunzigerjahren konvertiert. Ihre ersten katholischen Gottesdienste hat sie hier in der Kirche der Heiligen Familie erlebt. “Das hat mir sehr gut gefallen”, sagt sie. Sie ist in Stockholm aufgewachsen, ihre Familie stammt aus Deutschland. Seit 1979 lebt sie auf den Lofoten. Heute kann sie sich nicht mehr vorstellen, woanders zu leben.

Die katholische Gemeinde auf den Lofoten ist klein und verstreut. Auf einer Fläche von rund 1.200 Quadratkilometern, verteilt auf vier Inseln, leben etwa 23.000 Menschen. Katholiken sind mit nur 1,59 Prozent eine kleine Minderheit. Umso wichtiger ist der Zusammenhalt. “Wir sind hier immer viel draußen und sprechen miteinander”, sagt Gisela Lindahl. “Es ist ja die einzige Gelegenheit, dass wir uns treffen.” Auch der Pfarrer bekommt oft Besuch. “Man kann immer zu Pater Erhard kommen. Er nimmt sich Zeit und hat Kaffee”, sagt Gisela Lindahl. Am letzten Sonntag im Monat gibt es immer Kaffee und Kuchen nach dem Gottesdienst. Eine Philippinin aus der Gemeinde backt dann. Die meisten Katholiken hier sind Zuwanderer, viele kommen aus Polen.

Die Gemeinde kämpft dafür, die Kirche als Treffpunkt zu erhalten. "Wir brauchen dringend Unterstützung“, sagt Gisela Lindahl. “Die Verkleidung fällt runter, Wasser dringt ein. Im Winter ist es eiskalt. Es gibt eine Wärmepumpe, aber Strom ist in Norwegen teuer. Deshalb bleibt die Kirche oft unbeheizt. Wände und Fenster sind kaum isoliert. Für die Sanierung werden dringend Spenden gebraucht. "Wir haben nur wenig Geld", sagt Gisela Lindahl, "das meiste müssen wir für Versicherung und Strom ausgeben.“ Jede Spende hilft, dass dieser Ort erhalten bleibt, damit die Menschen hier ihren Glauben gemeinsam leben können.

Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, diesen einzigartigen Ort zu erhalten.

Katholisches Leben auf den Lofoten

Die Lofoten sind eine Inselgruppe aus rund 80 Inseln vor der Küste Nordnorwegens – geprägt von weiter Landschaft, kleinen Orten und großen Entfernungen.

Die katholische Kirche der Heiligen Familie liegt in Stamsund auf der Insel Vestvågøya, auf der etwa 10.000 Menschen leben. Die Region gehört zur Prälatur Tromsø. Katholiken sind hier – wie in ganz Norwegen – eine kleine Minderheit und machen nur knapp zwei Prozent der Bevölkerung aus.

Die Kirche wurde in den 1930er-Jahren auf dem Gelände eines alten Bauernhofs errichtet und 1935 geweiht. Der schlichte Holzbau ist heute das älteste Gebäude der Lofoten und steht unter Denkmalschutz. Etwa 40 Gläubige finden hier Platz.

Das Gemeindeleben ist vielfältig: Viele Katholiken sind im Laufe der Jahre aus anderen Ländern hierhergezogen, besonders aus Polen und von den Philippinen. Für sie ist die Kirche ein wichtiger Ort des Glaubens und der Gemeinschaft. Doch die Gemeinde allein kann die notwendigen Sanierungsarbeiten nicht bewältigen. Die finanziellen Mittel reichen kaum für das Nötigste: Strom, Versicherung, laufende Kosten. Für die dringend erforderliche Erneuerung von Fenstern, Wänden und Gebäudestruktur fehlt das Geld.

Jeden Sonntag um 11 Uhr wird die Messe auf Norwegisch gefeiert, einmal im Monat auch auf Polnisch. Dann kommen die Gläubigen zusammen – oft über weite Wege hinweg. Gerade weil die Gemeinde klein ist, hat dieser Ort eine besondere Bedeutung.