KAMPAGNEN-MOTIV MIT DEM KLEINEN HENNES ZEIGT, WIE CHRISTLICHE WERTE WEITERGETRAGEN WERDEN

Bonifatiuswerk setzt bei Diaspora-Aktion 2026 auf Hoffnung und gelebten Glauben

Katrin Keller und ihr Sohn Hennes sind die beiden Protagonisten des Fotomotivs zur diesjährigen Diaspora-Aktion. Mit im Bild: Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (Mitte) und Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller. Foto: Hartmut Salzmann
Katrin Keller und ihr Sohn Hennes sind die beiden Protagonisten des Fotomotivs zur diesjährigen Diaspora-Aktion. Mit im Bild: Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen (Mitte) und Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller. Foto: Hartmut Salzmann

09.06.2026

Der einjährige Hennes schaut gebannt auf das kleine Licht, das vor ihm aufleuchtet. Seine Mutter Katrin hält ihn, während sie in der stillen Kirche eine Kerze entzündet. Kein großes Ereignis, kein lauter Moment – und doch erzählt die Szene von etwas, das trägt: Vertrauen, Nähe und einem Glauben, der im Alltag gelebt und weitergegeben wird. Dieses Foto-Motiv prägt die bundesweite Diaspora-Aktion 2026 des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken. Die Aktion steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Glauben bezeugen – Hoffnung teilen“, wie das Hilfswerk am Dienstag im Zuge der Feierlichkeiten zum Bonifatiustag in Paderborn bekanntgab.

Kriege, gesellschaftliche Spannungen, wirtschaftliche Sorgen und die fortschreitende Klimakrise prägen die Gegenwart vieler Menschen. Auch die Kirchen befinden sich mitten in einer großen Umbruchphase. Mit dem Leitwort richtet das Bonifatiuswerk den Blick bewusst auf das, was Menschen in schwierigen Zeiten Orientierung geben kann: auf den Glauben. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen: „Das Leitwort möchte zur Ermutigung beitragen, das Evangelium in Wort, Tat und Gebet in der Welt zu verkünden und zu leben.“ Gerade in der Diaspora – dort, wo Christinnen und Christen ihren Glauben in einer Minderheitensituation leben – werde dieses Zeugnis besonders sichtbar. Viele Gemeinden – insbesondere in Nordeuropa – seien international geprägt. „Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen und Lebensgeschichten finden dort in der Gemeinschaft der Kirche zueinander. Wo dieser Glaube glaubwürdig und authentisch gelebt wird, strahlt er aus, schenkt Hoffnung und berührt die menschliche Existenz“, so Austen.

Der tiefere Sinn des Leitwortes manifestiert sich im Bildmotiv, das die junge Mutter Katrin mit ihrem kleinen Sohn Hennes zeigt. Behutsam hält sie ihr Kind auf dem Arm, während sie eine Kerze entzündet. Deren Schein steht symbolisch für Glauben, Hoffnung und Gebet. Gleichzeitig verweist der Akt des Kerze-Anzündens in einer Kirche auf etwas Grundlegendes: Glaube wird weitergegeben. Nicht abstrakt oder theoretisch, sondern durchs Vorleben und durch kleine Gesten im Alltag. Hennes kann die Bedeutung der Handlung noch nicht verstehen, dennoch erlebt er Nähe, Vertrauen und Geborgenheit. Die leise Sprache des Bildes erzählt davon, wie Glaube von Generation zu Generation weitergetragen wird. Das Motiv erinnert daran, dass Glauben oft im Kleinen beginnt: im gemeinsamen Staunen und Beten, im Vertrauen und im Licht, das Menschen füreinander entzünden.

Eröffnet wird die bundesweite Diaspora-Aktion am Sonntag, 8. November 2026, im Dom St. Salvator zu Fulda. Höhepunkt der Aktion ist der Diaspora-Sonntag, der alljährlich am dritten Sonntag im November gefeiert wird – in diesem Jahr am 15. November. An diesem Tag sammelt die katholische Kirche bundesweit in allen Gottesdiensten für die Arbeit und Hilfe des Bonifatiuswerkes. Ziel ist es, Katholikinnen und Katholiken, die ihren Glauben in der Diaspora leben, zu unterstützen.

Zur Diaspora-Aktions-Eröffnung stellt das Bonifatiuswerk auch sein diesjähriges Beispiel-Förderprojekt vor: die Hospiz- und Trauerarbeit des Malteser Hilfsdienstes in Berlin. Das Angebotsspektrum ist vielfältig. Es reicht von der Gruppe „Trauer & Klöße“ – einem Koch- und Back-Treff für junge Erwachsene in Trauer – über ein Sommer-Picknick für Trauernde und klassische Gesprächskreise bis hin zu Tango-Tanz für Menschen, die einen lieben Angehörigen verloren haben oder selbst von einer lebensverkürzenden Krankheit betroffen sind.

(sah)

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