GLAUBENSLEBEN IN DER ARKTIS
16.06.2026
Ein besonderes Fest des Glaubens haben Mitglieder der einzigen katholischen Pfarrei auf Grönland, Christus-König, in Nuuk gefeiert. Am vergangenen Wochenende empfingen vier junge Gemeindemitglieder das Sakrament der Firmung. Inmitten der Weite des arktischen Inselstaates bekannten sie sich bewusst zu ihrem Glauben und baten um die Stärkung durch den Heiligen Geist.
Die Vorbereitung auf die Firmung begann bereits im Januar. Aufgrund der besonderen pastoralen Situation in Grönland, wo die Priester regelmäßig wechseln und eine kontinuierliche Begleitung nicht immer einfach ist, stellte die Vorbereitung für die Jugendlichen und die Gemeinde eine besondere Herausforderung dar. "Umso größer war die Freude über die gemeinsame Feier", erklärte Pater Jérôme de la Roulière, der für drei Wochen seinen priesterlichen Dienst auf Grönland ausübt.
Unter den Firmbewerbern waren junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. Zwei von ihnen erinnerten sich an ihre Erstkommunion auf den Philippinen und entschieden sich nun bewusst für diesen nächsten Schritt auf ihrem Glaubensweg. Die 28-jährige Kaer motivierte ihren Cousin, ebenfalls an der Vorbereitung teilzunehmen. Adrian beschreibt die Bedeutung seines Glaubens wie folgt: "Jesus gibt mir ein Gefühl der Geborgenheit. Er ist für mich da, wenn ich verloren bin." Carolina wollte die Kraft Gottes durch die Firmung erfahren, bevor sie ihre Heimat verlässt, um ein Studium aufzunehmen.
Der Gottesdienst stand ganz im Zeichen des Heiligen Geistes. In seiner Predigt griff Pater Jérôme de la Roulière Bilder aus der grönländischen Natur auf. So verglich er den Heiligen Geist mit verschiedenen Vögeln, die auf der Insel heimisch sind: Papageientaucher stehen mit ihren bunten Gesichtern für die Freude des Glaubens, Schneefinken für Frieden und Zusammenhalt und die Nordseetaucher erinnerten daran, dass jeder Mensch von Gott besondere Fähigkeiten und Gaben erhalten habe, die es zu entdecken gelte.
Das feierliche Ereignis zeigt eindrucksvoll, wie lebendig der katholische Glaube auch in den entlegensten Regionen der Welt gelebt wird. Die Pfarrei Christus-König zählt nur wenige hundert Gläubige und ist dennoch ein wichtiger Ort der Begegnung, des Glaubens und der Gemeinschaft. Damit dies auch unter den besonderen Bedingungen Grönlands möglich bleibt, wurde die Sanierung des Christus-König-Gemeindezentrums und der Kirche in den vergangenen Jahren vom Bonifatiuswerk und dem Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe mit insgesamt 500.000 Euro unterstützt.
(Père Jérôme de la Roulière/thmei)