Neun Tage voller Begegnungen, gelebter Solidarität und ermutigender Glaubenszeugnisse liegen hinter dem Bonifatiuswerk. Mit seinem Infostand an den Domtreppen, internationalen Gästen aus der Diaspora und der ausgebuchten Benefizveranstaltung „Mut zur Hoffnung! – Gedanken, Geschichten und Musik“ war das Hilfswerk während Libori – passend zum Motto des Volksfestes – „mittendrin“ im Geschehen. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über die Arbeit des Bonifatiuswerkes zu informieren, mit Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und Weltkirche ganz konkret zu erleben.
Zu einem beliebten Anlaufpunkt entwickelte sich der Infostand des Bonifatiuswerkes mit Glücksrad, Malaktion und vielfältigen Produkten oberhalb der Domtreppen. Während ein Gewinnspiel mit handsignierten und limitierten Kunstdrucken von Udo Lindenberg viele Besucher zum Mitmachen einlud, machte das Hilfswerk beispielhaft auf eines seiner aktuellen Förderprojekte aufmerksam: die dringend notwendige Sanierung der alten Holzkirche „Heilige Familie“ auf den norwegischen Lofoten. Als einzige katholische Kirche der Inselgruppe ist sie geistliche Heimat für die kleine katholische Minderheit und steht stellvertretend für die vielfältige Unterstützung, die das Bonifatiuswerk den Christen in der Diaspora ermöglicht.
Diaspora verbindet über Grenzen hinweg
Weltkirche wurde am Stand auch durch die internationalen Gäste sichtbar. Auf Einladung des Erzbistums Paderborn begrüßte das Bonifatiuswerk eine Delegation aus Grönland mit Generalvikar Niels Engelbrecht sowie Lara May C. und Nicanor G. Diaz. Die Gäste berichteten eindrucksvoll von den Herausforderungen des kirchlichen Lebens im größten Pfarrgebiet der Welt und davon, wie die katholische Gemeinde den Menschen gerade in Zeiten gesellschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten Halt und Hoffnung schenkt. Ebenso besuchten Bischof Jean-Philippe Jourdan aus dem Bistum Tallinn und Marge-Marie Paas den Infostand. Sie berichteten über die Situation der katholischen Kirche in Estland, die trotz ihrer geringen Größe wächst und vielen Menschen angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Orientierung gibt. Die Begegnungen machten deutlich, wie eng die katholischen Gemeinden in der Diaspora mit dem Bonifatiuswerk und der Kirche in Deutschland verbunden sind.
Traditionelle Gebetsstunde für die Menschen in der Diaspora
Ein geistlicher Höhepunkt war die traditionelle Diaspora-Andacht im Hohen Dom zu Paderborn. Gemeinsam mit Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen stand Bischof Jean-Philippe Jourdan der Andacht vor. Im Mittelpunkt standen die Christinnen und Christen, die ihren Glauben als Minderheit leben. „Gerade in der Diaspora zeigt sich, dass die Kirche nicht in erster Linie von ihrer Größe lebt, sondern von der Hoffnung, die der Heilige Geist schenkt“, betonte der Bischof aus Tallinn. Musikalisch gestaltet wurde die Andacht vom Paderborner Vokalquartett „Suono di sorgente“.
Beim anschließenden Spendernachmittag kamen Förderinnen und Förderer, Wegbegleiter sowie Freunde des Hilfswerkes im Bonifatiushaus zusammen. Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller dankte ihnen für ihre langjährige Verbundenheit und Unterstützung. Die Begegnungen machten einmal mehr deutlich, dass hinter jeder Spende Menschen stehen, die sich aus christlicher Überzeugung mit den katholischen Christen in der Diaspora solidarisch zeigen.
“Mut zur Hoffnung”: gefragte Veranstaltung mit prominenten Akteuren
Einen besonderen Höhepunkt der Libori-Woche bildete die ausgebuchte Benefizveranstaltung „Mut zur Hoffnung! – Gedanken, Geschichten und Musik“ in der Paderborner Marktkirche. Rund 600 Gäste erlebten einen Abend mit persönlichen Glaubenszeugnissen, inspirierenden Gesprächen und berührender Musik. Die Journalisten, Autoren und Moderatoren Steffi Neu und Stefan Gödde, Musiker, Produzent und Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg Michael Herberger sowie Sänger und Songwriter Samuel Rösch sprachen mit Monsignore Georg Austen darüber, was Menschen in bewegten Zeiten Hoffnung schenkt. Gleichzeitig warb das Bonifatiuswerk um Unterstützung für die Sanierung der Kirche auf den Lofoten sowie für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Paderborn-Höxter und zeigte damit, wie Hoffnung durch konkrete Hilfe erfahrbar wird.
Auch der Bonifatiushof hinter dem Bonifatiushaus war ein beliebter Treffpunkt. Betrieben wurde der Hof dieses Jahr vom Team von „kwiekochkunst.de“. Das gastronomische Angebot lud zahlreiche Gäste zum Verweilen ein und bot Raum für Begegnungen.
“Bonifatiuswerk war mittendrin”
Für Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen hat das diesjährige Liborifest eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig die Erfahrungen und Beziehungen mit der Weltkirche sind: „Das Bonifatiuswerk war beim Liborifest ‚mittendrin‘. Unsere Arbeit für die Diaspora, aber auch die Herausforderungen unserer Zeit waren in vielen Begegnungen präsent. Besonders die Gäste aus Grönland und Estland haben eindrucksvoll vor Augen geführt, was es bedeutet, den Glauben in einer Minderheitensituation zu leben. Zugleich haben sie erfahren, wie groß die Solidarität und Wertschätzung ihnen hier entgegengebracht werden. Diese Begegnungen und das gemeinsame Gebet bereichern beide Seiten und zeigen, dass unsere weltkirchliche Verbundenheit keine Einbahnstraße ist.“
Mit Blick auf die Benefizveranstaltung ergänzte Monsignore Georg Austen: „Die persönlichen Lebens- und Glaubenszeugnisse unserer Gäste haben viele Menschen tief berührt. Die zahlreichen positiven und eindrucksvollen Rückmeldungen zeigen, wie groß die Sehnsucht nach Orientierung, gelebtem Glauben und Zuversicht ist. Solche Momente sind im Trubel des Liborifestes von besonderem Wert. Sie ermutigen Menschen und machen deutlich, dass christliche Hoffnung eine Kraft ist, die trägt und zum Handeln bewegt. Diese Erfahrungen nehmen wir als Ermutigung und Auftrag für unsere weitere Arbeit im Bonifatiuswerk mit.“
(thmei)




























