PRESSEMITTEILUNG VOM 1.10.2022:

Bonifatiuswerk bekommt neuen Protektor

Papst nimmt Rücktrittsgesuch von Erzbischof an – Paderborner Hilfswerk würdigt Engagement von Hans-Josef Becker

Nach fast 20 Jahren an der Spitze des Erzbistums Paderborn geht Erzbischof Hans-Josef Becker in den Ruhestand. Der Papst hat seinen Rücktritt angenommen. Somit erhält das Bonifatiuswerk einen neuen Protektor, denn der Erzbischof von Paderborn ist gleichzeitig der Protektor des katholischen Hilfswerks.

Die Nachricht wurde am Samstag um 12 Uhr in Rom und Paderborn bekanntgegeben: Papst Franziskus hat das altersbedingte Rücktrittsgesuch von Erzbischof Hans-Josef Becker angenommen. Seinen Rücktritt hatte Erzbischof Becker dem Papst im Juni dieses Jahres angeboten. Damit ist Erzbischof Becker emeritiert und tritt in seinem zwanzigsten Jahr als Erzbischof von Paderborn in den Ruhestand.

Generalsekretär dankt Erzbischof für Engagement

Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des katholischen Hilfswerks mit Sitz in Paderborn, würdigte am Samstag das Engagement und den Einsatz des Erzbischofs: „Im Namen des Bonifatiuswerkes danken wir ihm für seinen langjährigen Dienst im Erzbistum Paderborn sowie für seinen Blick und den Einsatz für die Weltkirche. Ebenso sind wir sehr dankbar für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm als Protektor des Bonifatiuswerkes und des Diaspora-Kommissariates der deutschen Bischöfe.“

Heinz Paus, Präsident des Bonifatiuswerkes und ehemaliger Bürgermeister der Stadt Paderborn, ergänzt: „Auf der einen Seite sind wir traurig, dass Erzbischof Hans-Josef Becker nun nicht mehr als Protektor des Bonifatiuswerkes zur Verfügung steht – eine Aufgabe, die ihm erkennbar wichtig war. Auf der anderen Seite ist es gut, dass er nun Klarheit hat und dass diese Entscheidung so ausgefallen ist, wie er es sich erhofft hatte. Nun hat er die Zeit, sich voll und ganz auf die Genesung von seiner Krankheit zu konzentrieren.“

Wie das Erzbistum Paderborn am Samstag weiter mitteilte, übernimmt die vorübergehende Leitung der Erzdiözese gemäß dem Kirchenrecht zunächst Weihbischof Matthias König als Dienstältester der drei Weihbischöfe in Paderborn, bis das Metropolitankapitel binnen acht Tagen für die Zeit der Vakanz einen Diözesanadministrator gewählt hat. Dieser wird dann die Erzdiözese bis zur Amtseinführung des neuen Erzbischofs leiten. Wann der neue Erzbischof in sein Amt eingeführt wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar.

„Ich bin diesen Weg gerne mit den Menschen gegangen!“

Der Erzbischof äußerte sich am Samstag in einer Stellungnahme: „Mit Wirkung zum heutigen Tag hat der Heilige Vater mein Gesuch auf Amtsverzicht angenommen. Damit endet für mich eine fast 20-jährige Wegstrecke, auf der ich als Erzbischof die Menschen im Erzbistum Paderborn begleiten durfte. Dieser Weg war angesichts vieler gravierender Umbrüche bis heute nicht immer leicht und konfliktfrei. Doch ich blicke insgesamt mit großer Dankbarkeit darauf zurück: Ich bin diesen Weg gerne mit den Menschen gegangen! Und ich konnte ihn nur gehen, weil ich auf das Engagement vieler Mitarbeitender, Mitgestaltender und Mitbetender in unserer Diözese zählen konnte. Dafür möchte ich allen, die mich auf diese Weise getragen haben, danken. (…) Ich wurde im Erzbistum Paderborn geboren, getauft, gefirmt und zum Priester und Bischof geweiht. Daher werde ich die Entwicklung „meiner“ Diözese mit großem Interesse und vor allem auch im Gebet begleiten. Die Entscheidung aus Rom macht mir erneut klar: Es war richtig, mein Amt jetzt in jüngere Hände zu geben – richtig für mich persönlich, um in Zukunft gut auf mich und meine Gesundheit aufpassen zu können. Und richtig für unser großes Bistum, das viele Zukunftsfragen angehen muss – auf der Ebene unserer eigenen Bistumsentwicklung, des Synodalen Weges und der Weltkirche.“

Auch Amtszeit des Generalvikars endet

Mit dem Ruhestandseintritt von Erzbischof Hans-Josef Becker endet entsprechend dem kirchlichen Recht zugleich die Amtszeit von Prälat Alfons Hardt als Generalvikar des Erzbischofs von Paderborn. Prälat Hardt ist als Domdechant weiter Mitglied des Metropolitankapitels. Das Erzbistum Paderborn wird Erzbischof em. Hans-Josef Becker am Sonntag, 23. Oktober 2022, mit einem Pontifikalamt und einem Empfang verabschieden. Prälat Alfons Hardt wird am Freitag, 11. November 2022, als Generalvikar verabschiedet.

Erzbischof Hans-Josef Becker war der 66. Bischof und vierte Erzbischof von Paderborn. Er wurde als Nachfolger des 2002 verstorbenen Erzbischofs Johannes Joachim Kardinal Degenhardt am 28. September 2003 in sein Amt eingeführt. Das Leitwort von Erzbischof Hans-Josef Becker lautet „In verbo autem tuo“ – „Auf dein Wort hin“ (Lukas 5,5). Geboren am 8. Juni 1948 im sauerländischen Belecke bei Warstein, absolvierte Hans-Josef Becker nach dem Abitur in Paderborn ein Lehramtsstudium für Grund- und Hauptschulen, das er 1972 mit der Zweiten Staatsprüfung abschloss. Anschließend studierte er in Paderborn und München Theologie und Philosophie. Am 11. Juni 1977 wurde er von Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt zum Priester geweiht.

Seine erste Vikarsstelle hatte Becker von 1977 bis 1981 in der Paderborner St.-Bonifatius-Gemeinde. Ab 1981 war er in der Gemeinde St. Nikolaus in Lippstadt tätig – zunächst als Vikar, dann als Pfarrverwalter und ab 1987 als Pfarrer. 1992 wurde er zum Dechanten für das Dekanat Lippstadt gewählt. 1995 übernahm Becker die Leitung der damaligen Zentralabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn und wurde zeitgleich Wirklicher Geistlicher Rat.

2002 wurde Becker zum Domkapitular ernannt

Papst Johannes Paul II. ernannte Hans-Josef Becker 1996 zum Päpstlichen Ehrenprälaten und 1999 zum Titularbischof von Vina und zum Weihbischof in Paderborn. Die Bischofsweihe erfolgte am 23. Januar 2000. In seiner Zeit als Weihbischof war Becker zudem Bischofsvikar für die Priesterfortbildung. 2002 wurde Becker zum Domkapitular ernannt. Im selben Jahr wählte ihn nach dem Tod von Kardinal Degenhardt das Paderborner Metropolitankapitel zum Diözesanadministrator. 2003 schließlich wurde Hans-Josef Becker durch das Metropolitankapitel zum Erzbischof von Paderborn gewählt und von Papst Johannes Paul II. ernannt.

2006 übernahm Erzbischof Hans-Josef Becker den Vorsitz der Kommission VII Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz. Seit 2012 ist er zudem Ko-Präsident der Internationalen Dialogkommission der Katholischen Kirche und der Alt-Katholischen Bischofskonferenz der Utrechter Union. 2016 wurde er Prior der Rheinisch-Westfälischen Provinz des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

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Monsignore Georg Austen (rechts), Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, und Bonifatiuswerk-Präsident Heinz Paus (links) würdigen das Engagement von Erzbischof Hans-Josef Becker (Zweiter von links) und Generalvikar Alfons Hardt, deren Amtszeiten nun enden. Foto: Bonifatiuswerk417,98 KBDownload

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