PRESSEMITTEILUNG VOM 06.12.2021:

Nikolaus besucht Geflüchtete

Mit Unterstützung des Bonifatiuswerkes wurden 650 Schokonikoläuse in der Erstaufnahmeeinrichtung Eisenhüttenstadt verteilt

Eine kleine Menschenschlange hat sich in der Mittagszeit vor dem Eingang zur Cafeteria der Erstaufnahmeeinrichtung im brandenburgischen Eisenhüttenstadt gebildet. Auf dem Weg zum Mittagessen postierte sich Sr. Regina Stallbaumer SA mit einem kleinen Tisch und einem Karton voller Schokonikoläuse. „It´s for you and your children“, sagt sie auf Englisch zu den vorbeigehenden Geflüchteten, „nehmen Sie es, es ist für Sie und Ihre Kinder.“ Sie überreicht den Menschen einen der Nikoläuse und einen kleinen Handzettel. Darauf sind die Kontaktdaten des Seelsorgeteams in der Erstaufnahmeeinrichtung und einige wenige Sätze über den Heiligen Nikolaus, in sechs Sprachen.

Am Montag wurde die Geflüchtete-Erstaufnahmeeinrichtung im Osten von Brandenburg zu einem Tat.Ort.Nikolaus. So bezeichnet das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken seine Aktion, bei der sich kirchliche Gruppen, Vereine, Verbände, Schulkassen, Einrichtungen und Gemeinden aus ganz Deutschland beteiligen und dem Beispiel des Heiligen Nikolaus folgen und anderen Menschen eine Freude machen. Allein 650 Schokonikoläuse verteilten Mitarbeiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes in der Unterkunft. „Die Menschen hier haben viel durchgemacht, der kleine Nikolaus ist wenigstens ein kleines Zeichen, das ein Licht in ihren Alltag bringt“, sagt Sr. Stallbaumer. Derzeit leben rund 400 Geflüchtete vorübergehend in der Erstaufnahmeeinrichtung, davon rund ein hundert Kinder. Die meisten von ihnen kamen über Belarus in die EU, noch vor wenigen Wochen, als sich die Grenzspannungen zwischen Minsk und der EU verschärften, waren mehr als 1.400 Geflüchtete in Eisenhüttenstadt.

Viele verbrachten mehrere Wochen in Wäldern oder erlebten sogenannte „push backs“, also das vom Europarecht geahndete Zurückstoßen über die Grenze durch Patrouillen. „Die Tat.Ort.Nikolaus-Aktion kann die push backs nicht verhindern, aber sie kann den Menschen ein Zeichen der Wertschätzung sein, dass sie nicht egal sind“, glaubt Sr. Stallbaumer. Als Seelsorgerin in der Erstaufnahmeeinrichtung schenkt Sr. Stallbaumer den Geflüchteten einen Raum, um über ihre Erfahrungen und Fluchterlebnisse zu sprechen, sie zu entlasten, angesichts der aufenthaltsrechtlichen Unsicherheit haben viele Angst. Zudem gibt es einen Schutzraum für besonders vulnerable Geflüchtete, darunter Betroffene von Menschenhandel.

Damit diese sich dem Seelsorgerteam öffnen, braucht es Vertrauen. Kerollous Shenouda, Partizipationsberater beim Jesuitenflüchtlingsdienst, glaubt, der Tat.Ort.Nikolaus kann hier Gutes leisten: „Bei der Nikolausgeschichte geht es um gegenseitige Hilfe, unabhängig von Religion.“ Denn obwohl der Großteil der Geflüchteten nicht christlich sei, könne der Nikolaus eine Integrationsfigur und Vorbild sein, glaubt Sr. Stallbaumer. Denn er lehre auch Werte wie Hilfsbereitschaft, Barmherzigkeit und Offenheit. „Wenn die Geflüchteten offen von uns empfangen werden, fällt es ihnen auch leichter, offen zu sein“, weiß Sr. Stallbaumer.

 „Nächstenliebe, die der Heilige Nikolaus vorgelebt hat, sollte vor Menschen, die abseits unserer Gesellschaft stehen, nicht haltmachen“, sagt der Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerks. „Menschen sind auf der Flucht vor Kriegen, Katastrophen oder Elend und wollen bei uns eine Zuflucht finden. Gerade sie haben vieles durchgemacht und sollten, ganz gleich welcher Religion oder Herkunft sie sind, Zeugen christlicher Nächstenliebe werden. Ich bin froh, dass es einen Tat.Ort.Nikolaus auch in der Erstaufnahmeeinrichtung gibt.“
 

„Tat.Orte“ haben auch etwas Gutes an sich, wenn sie zu Orten guter Taten gemacht werden. Solche besonderen Orte unterstützt das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken mit seiner Aktion „Tat.Ort.Nikolaus: Gutes tun – kann jeder.“ Sie gehört zur bundesweit bekannten „Weihnachtsmannfreien Zone“, die das Hilfswerk 2002 ins Leben gerufen hat. Kirchliche Gruppen, Vereine, Verbände, Schulklassen, Einrichtungen oder Gemeinden aus ganz Deutschland hat das Bonifatiuswerk eingeladen, ihren „Tat.Ort.Nikolaus“ zu starten und dem Beispiel des heiligen Nikolaus zu folgen. Dafür konnte pro „Tat.Ort“ eine Förderung beim Hilfswerk beantragt werden. Bundesweit werden aktuell 64 Tat.Orte gefördert. Der Aktionszeitraum läuft vom 22. November bis zum 13. Dezember 2021

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BILDMATERIAL ZUR PRESSEMITTEILUNG

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Die Vorbereitungen für die Verteilaktion mit Sr. Regina Stallbaumer laufen (Foto: Markus Nowak)0,98 MBDownload
Die Vorbereitungen für die Verteilaktion mit Sr. Regina Stallbaumer laufen (Foto: Markus Nowak)1,03 MBDownload
Zum Nikolaustag werden Schokoladennikoläuse an Geflüchtete verschenkt (Foto: Markus Nowak)1,26 MBDownload
Sr. Regina Stallbaumer verteilt Schokoladennikoläuse an Geflüchtete in Eisenhüttenstadt (Foto: Markus Nowak)1,06 MBDownload
Sr. Regina Stallbaumer verteilt Schokoladennikoläuse an Geflüchtete in Eisenhüttenstadt (Foto: Markus Nowak)0,97 MBDownload
Sr. Regina Stallbaumer verteilt Schokoladennikoläuse an Geflüchtete in Eisenhüttenstadt (Foto: Markus Nowak)1,31 MBDownload
Sr. Regina Stallbaumer freut sich, den Geflüchteten eine kleine Aufmerksamkeit zu überbringen. (Foto: Markus Nowak)1,16 MBDownload
Sr. Regina Stallbaumer verteilt Schokoladennikoläuse an Geflüchtete in Eisenhüttenstadt (Foto: Markus Nowak)1,08 MBDownload
Sr. Regina Stallbaumer verteilt Schokoladennikoläuse an Geflüchtete in Eisenhüttenstadt (Foto: Markus Nowak)0,98 MBDownload

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