Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben.

Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.

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Die katholische Kirche in Norwegen

Katholische Kirche Norwegen Bistümer Übersichtskarte

Die katholische Kirche stellt in Norwegen eine Minderheit dar. Die rund 100.000 registrierten Katholiken im Land gehören insgesamt 35 Pfarrgemeinden in drei verschiedenen Bistümern/Stiften an:

  • Katholisches Bistum Oslo, Südnorwegen, rund 87.000 registrierte Katholiken
  • Stift Trondheim, Mittelnorwegen, rund 10.000 registrierte Katholiken
  • Stift Tromsø, Nordnorwegen, rund 5.000 registrierte Katholiken

Der Bischof von Oslo Msgr. Bernt Eidsvig Can. Reg., ist seit Juni 2009 auch für das Stift Trondheim zuständig. Das Stift Tromsø, der nördlichste Bischofssitz der Welt, wird von Bischof Berislav Grgic geleitet.

Die katholische Kirche in Norwegen ist jung und wächst wie kaum eine andere katholische Kirche in Europa. Auch das öffentliche Interesse am katholischen Glauben und Leben steigt – das gilt sowohl für Schüler, als auch für die Medien und andere Interessierte. Wir erleben verstärkt, dass sich die Medien an uns wenden, wir werden als deutlich christliche Stimme in der Gesellschaftsdebatte wahrgenommen und geschätzt. Innerhalb weniger Jahre konnten wir erleben, wie sich die katholische Kirche in Norwegen von einem als klein und wenig relevant erachteten Phänomen zu einer maßgeblichen Institution entwickelte. Die Anzahl der Konversionen liegt stabil rund 100 pro Jahr.

Die katholische Kirche in Norwegen ist eine Weltkirche in Miniatur. Viele Menschen aus anderen Ländern, aus Europa und der ganzen Welt, finden bei uns Arbeit. Norwegen braucht diese Arbeiter. Und auch die katholische Kirche erfährt durch die Einwanderer eine wichtige Stärkung. Durch sie wirken wir in unser in vielen Bereichen säkularisiertes Land hinein. Doch wir stehen auch vor großen Herausforderungen: Hauptsächlich sind wir eine Einwandererkirche und unsere Nationalseelsorge muss in der Begegnung mit neuen Einwanderergruppen dringend weiter verstärkt werden.

Eine junge Kirche – die den Glauben stärkt

Die katholische Kirche in Norwegen ist eine junge Kirche, deren Mitglieder den Glauben in einer säkularisierten Gesellschaft stärken.

Die katholische Kirche in Norwegen ist eine junge Kirche: 42,76 % ihrer Mitglieder sind in oder nach 1980 geboren. Wir verfügen über eine sehr aktive und gute Kinder- und Jugendorganistion, Norges Unge Katolikker/ Norwegens Jungkatholiken, die mittels Jugendlagern, Führungsausbildung und anderen Aktivitäten unsere jungen Katholiken inspiriert und ihnen dabei hilft, ihren Platz in der Kirche zu finden. In den letzten Jahren lag der Fokus auf der Stärkung der Kinder- und Jugendarbeit – und nun wächst und gedeiht die Kirche wie nie zuvor, sowohl auf Gemeinde- als auch auf Bistumsebene. Das sieht man auch an der Zahl derer, die sich zu einem Amt in der Kirche berufen fühlen.

Die katholische Kirche in Norwegen betreibt vier Kinder- und Jugendschulen: die St. Sunniva Schule in Oslo, die St. Paul Schule in Bergen, die St. Franziskus Schule in Arendal und die St. Eystein Schule in Bodø. Im Herbst 2012 wurde Norwegens erstes katholisches Gymnasium in Bergen eröffnet. Mit ihren ca. 1.000 Schülern und beinahe 200 Beschäftigten sind die katholischen Schulen aktuell die größten Institutionen der katholischen Kirche in Norwegen und genießen großen Respekt, sowohl aufgrund ihres fachlichen Niveaus als auch aufgrund der guten Atmosphäre.

Die junge katholische Kirche in Norwegen ist ein Hoffnungszeichen für einen stärkeren Glauben in einer in vielen Bereichen säkularisierten Gesellschaft.

Die katholische Kirche in Norwegen – so finanziert sie sich:

Die katholische Kirche in Norwegen ist eine arme Kirche in einem reichen Land. Lediglich etwa 4 Prozent der Bevölkerung gehören ihr an. Etwa 90 Prozent der Mitglieder sind Einwanderer, die nach Norwegen gekommen sind, um hier zu studieren und zu arbeiten. Auch viele Flüchtlinge sind darunter, die die Suche nach Frieden und Freiheit nach Norwegen geführt hat. Sie alle sorgen dafür, dass die katholische Kirche in Norwegen so stark wächst wie nirgendwo sonst in Europa. Gleichzeitig mangelt es mittlerweile an Priestern, an Kirchen und auch an Geld, um den Bedürfnissen der Gläubigen gerecht zu werden.

In Norwegen erhält die katholische Kirche nur in sehr geringem Ausmaß Unterstützung durch den Staat. 80 Prozent der Norwegerinnen und Norweger gehören der evangelischlutherischen Kirche an, die bis zum Jahr 2012 Staatskirche war. Diese unmittelbare Verknüpfung zwischen Kirche und Staat ist nun zwar aufgehoben worden, dennoch hat die evangelisch-lutherische Kirche als „Volkskirche“ noch immer weitreichende Rechte, auch finanzieller Art. Für die katholische Kirche wurde eine Regelung gefunden, durch die von den etwa 100.000 registrierten Mitgliedern eine Art Kirchensteuer erhoben werden kann.

Allerdings ist bei weitem nicht jeder, der in Norwegen den katholischen Glauben praktiziert, auch registriert. Viele Flüchtlinge scheuen beispielsweise die Registrierung. Auf diese Weise gehen der katholischen Kirche viele Gelder verloren, die dringend benötigt werden.

Priester und Ordensleben: Berufung für den Glauben

Blick auf die Klosteranlage Tautra in Norwegen. Bild: Sybille Hardegger

Für eine Kirche in der Diaspora sind Klöster, und dabei insbesondere die Anwesenheit und der Einsatz von Nonnen, ganz entscheidend. Als der norwegische König im Jahre 1845 beschloss, dass die Katholiken wieder ihre Religion im Land ausüben durften, waren es hauptsächlich ausländische Nonnen, die als Pioniere agierten und die Kirche neu aufbauten. Wir haben ihnen daher sehr viel zu verdanken. Auch heute stellen die Klöster sehr wichtige Impulse dar, auch wenn ihr Apostolat im Land sich im Takt der Anforderungen der Zeit ändert. Heute haben wir 15 Frauenorden/-kongregationen, die im Lande wirken.

Ausbildung in Norwegen

Im Hinblick darauf, dass wir in Norwegen nur wenige registrierte Katholiken sind, sind wir gesegnet mit vielen Berufungen – in erster Linie Berufungen zum Priester. Derzeit absolvieren fünf Männer im katholischen Bistum Oslo ein Priesterstudium. Im Jahre 2007 konnten wir unser eigenes St. Eystein-Priesterseminar etablieren. Die Räumlichkeiten im Akersveien in Oslo, wo sich auch die Kathedrale und die Büros befinden, wurden dem Bistum von den Josefsschwestern übertragen. Die Instandsetzung des Gebäudes war eine große Herausforderung, aber ein eigenes Priesterseminar in Norwegen ist die beste Grundlage für die Ausbildung von Priestern, welche den Gläubigen hier dienen sollen. Dank des großen Wohlwollens und der guten Zusammenarbeit mit der theologischen Fakultät in Oslo (lutherische Lehranstalt) konnte ein eigener Studiengang für katholische Priester hier im Lande geschaffen werden – auch in Zusammenarbeit mit der päpstlichen Universität Angelicum in Rom.

Den Gläubigen dienen

Zusätzlich zu den fünf Priesterkandidaten für Oslo haben wir drei Kandidaten für Orden, die im Bistum wirken (Dominikaner, Franziskaner und  Augustinerchorherren), neben einem intensiven Engagement für das ständigen Diakonat. Drei ständige Diakone für das katholische Bistum Oslo wurden im Januar 2012 ordiniert.

Wir haben heute ca. 150 Nonnen in Norwegen, darunter ca. 20 in Ausbildung. Die meisten davon sind im Ausland geboren, haben sich aber entschieden, in Norwegen in den Orden einzutreten, auch wenn der Orden international ist – sie wurden also nicht von ihren Kongregationen hierher gesandt. Rund 30 unserer Nonnen wurden in Deutschland geboren.

Heute haben die meisten Pfarrgemeinden im Land einen eigenen Priester. Von den 83 Priestern (Stand 2010), die in Norwegen wohnen und hier ihren Dienst versehen, sind 20 hier geboren. Ganze drei Viertel von diesen in Norwegen geborenen Priestern sind Konvertiten.

Termine & Veranstaltungen 2017/2018

Hier finden Sie aktuelle Hinweise zu Terminen und Veranstaltungen, geplanten Seminaren, TV-Tipps usw. Sollten Sie einen wichtigen Eintrag vermissen, wenden Sie sich gerne an unsere Internetredaktion.

November 2017

28.11. Eröffnung der bundesweiten Aktion Weihnachtsmannfreie Zone in Berlin
Weitere Informationen folgen

April 2018

08.04. Weißer Sonntag – Bundesweite Erstkommunionkollekte zugunsten der Kinderhilfe des Bonifatiuswerkes
Weitere Informationen

Mai 2018

1.- 6. Europawoche im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres „Sharing Heritage“ in Paderborn

04.05. Aktionstag „Tiere der Bibel“ mit Bischof Zdarsa im Zoo Augsburg
Weitere Informationen folgen

Juni 2018

05.06. Bonifatiustag – Vorstellung Leitmotiv zur Diaspora-Aktion 2018
Weitere Informationen folgen

 

Aktuelle Publikationen

Im Mittelpunkt des neuen Bonifatiusblattes steht das Thema der Diaspora-Aktion 2017 "Unsere Identität: Segen sein".

Die aktuelle Ausgabe der Kinderzeitschrift "boni kids" beschäftigt sich mit dem Thema "Reformation". Mehr Infos

Und das neue Heft der Schriftenreihe „Lebendiges Zeugnis“ (02/2017) widmet sich dem Thema "Bibelpastoral".

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Cover boni kids

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zur aktuellen Ausgabe von 'Lebendiges Zeugnis'

Lebendiges Zeugnis

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