Wenn es um das Thema Diaspora geht, kommen die Libori-Besucher am Bonifatiuswerk nicht vorbei. Wer derzeit den Weg zum Paderborner Dom nimmt, ebenfalls nicht: Seit dem Wochenende läuft das Paderborner Kirchen- und Volksfest Libori. Mit seinem Stand direkt an den Treppen zum Paderborner Dom ist das Bonfatiuswerk mittendrin und deutlich sichtbar. Dort informiert das Hilfswerk für den Glauben und die Solidarität über die vielen Facetten seiner Förderarbeit in den Diaspora-Regionen in Deutschland, in Nordeuropa und im Baltikum.
Mit Glücksrad, Malaktion und Gewinnspiel lädt der Stand zum Mitmachen ein – vor allem aber bietet er Raum für Gespräche über den Glauben und die Hilfe für die Diaspora. Wie diese Hilfe konkret aussieht, hat sich am Montag beim Besuch von Bischof Philippe Jourdan (Tallinn/Estland) und einer Delegation aus Grönland gezeigt.
In diesem Libori-Jahr stellt das Bonifatiuswerk an seinem Infostand beispielhaft ein besonderes Förderprojekt aus Nord-Norwegen vor. Auf der Inselgruppe der Lofoten droht die alte Holzkirche „Heilige Familie“ zu zerfallen – für die kleine katholische Minderheit ist es das einzige geistliche Zentrum weit und breit. Das Bonifatiuswerk unterstützt die Sanierung und bittet um Spenden für die Baumaßnahme.
Am Montagnachmittag verlagerte sich das Geschehen in den Hohen Dom zu Paderborn. Gemeinsam mit Monsignore Georg Austen stand Bischof Jourdan, Bischof von Tallinn, der traditionellen Diaspora-Andacht vor. Das Gebet galt vor allem den Christinnen und Christen, die ihren Glauben als Minderheit leben und dennoch Hoffnung in ihre Gemeinden tragen. Bischof Jourdan, in dessen Bistum Tallinn weniger als ein Prozent der Einwohner als Katholiken registriert sind, sagte: „Gerade in der Diaspora zeigt sich, dass die Kirche nicht in erster Linie von ihrer Größe lebt, sondern von der Hoffnung, die der Heilige Geist schenkt.“ Nicht die Zahl der Gläubigen entscheide über die Lebendigkeit der Kirche, sondern die „Tiefe ihres Glaubens und die Kraft ihrer Liebe“. Musikalisch gestaltete das Paderborner Vokalquartett „Suono di sorgente“ die Andacht und verlieh ihr einen feierlichen Rahmen.
Beim traditionellen Spendernachmittag kamen im Bonifatiushaus Förderer, Wegbegleiter und Freunde des Hilfswerkes in herzlicher Atmosphäre zusammen und ins Gespräch. Sie wurden von Bonifatiuswerk-Präsident Manfred Müller begrüßt. Der Nachmittag war mehr als ein Dankeschön für die großzügige Unterstützung: Er machte sichtbar, dass hinter jeder Spende Menschen stehen, die sich mit den katholischen Christen in der Diaspora solidarisch zeigen.
Am morgigen Dienstag wird Bischof Philippe das Pontifikalamt um 9 Uhr im Hohen Dom zelebrieren. Ebenfalls am Dienstag gestaltet Monsignore Austen um 18.45 Uhr gemeinsam mit domradio.de eine Andacht am Stand des Senders unterhalb der Domtreppen. Im Mittelpunkt steht eines der größten Weihrauchfässer der Welt: Darin werden die Fürbitten verbrannt, die Besucherinnen und Besucher zuvor hineingelegt haben. Das nächste Highlight aus Bonifatiuswerksicht ist die Benefizveranstaltung am Mittwoch ab 19 Uhr in der Paderborner Marktkirche, Einlass ist ab 18.00 Uhr. Steffi Neu (WDR2), Stefan Gödde (Pro7) und der „Söhne Mannheims“-Mitgründer Michael Herberger sprechen darüber, was Menschen in herausfordernden Zeiten Kraft gibt. Die Musik kommt von Samuel Rösch, Gewinner von "The Voice of Germany". Die Veranstaltung ist ausgebucht. Das Event wird aber per Livestream übertragen.
(SAH)










